Archive for Oktober 2009

Benschmarking im Gesundheitswesen

Oktober 29, 2009

Die Qualität in allen Bereichen des Gesundheitswesens stärken —

dafür setzt sich das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) seit vielen Jahren ein. Dies erfolgt im Wesentlichen durch gesetzliche Regelungen aber auch durch die Förderung von Vorhaben zur Qualitätssicherung.

Das Modellvorhaben „Benchmarking im Gesundheitswesen“ stellt hierbei einen wichtigen Meilenstein dar. Mit dem Förderschwerpunkt soll die Qualität der Patientenversorgung in Deutschland einen bedeutenden Schritt voran gebracht werden. Den geförderten Projekten kommt dabei eine Pionierrolle zu, von der viele Institutionen des Gesundheitswesens profitieren können.

Liste der im RSA berücksichtigten Krankheiten

Oktober 16, 2009

Endlich habe ich eine Quelle gefunden, in der die Krankheiten aufgezählt werden, die im morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich berücksichtigt werden:

  1. HIV/AIDS
  2. Sepsis/Schock
  3. Nicht virale Meningitis/Enzephalitis
  4. Infektionen durch opportunistische Erreger
  5. Bösartige Neubildungen der Lippe, der Mundhöhle und des Pharynx
  6. Bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane
  7. Bösartige Neubildungen der Atmungsorgane und sonstiger intrathorakaler Organe
  8. Bösartige Neubildungen der Knochen, des Stütz- und Weichteilgewebes
  9. Bösartige Neubildungen der Brustdrüse
  10. Bösartige Neubildungen der weiblichen Genitalorgane
  11. Bösartige Neubildungen der männlichen Genitalorgane
  12. Bösartige Neubildungen der Niere, der Harnwege und der Nebenniere
  13. Bösartige Neubildungen des Auges, Gehirns und sonstiger Teile des Zentralnervensystems einschließlich Hypo- und Epiphyse
  14. Bösartiger Neubildungen sekundärer, nicht näher bezeichneter oder multipler Lokalisation
  15. Lymphome und Leukämien
  16. Neubildungen unsicheren oder unbekannten Verhaltens
  17. Diabetes mellitus
  18. Schwerwiegende metabolische oder endokrine Störungen
  19. Leberzirrhose (inkl. Komplikationen)
  20. Chronische Hepatitis
  21. Akute schwere Lebererkrankung
  22. Ileus
  23. Chronisch entzündliche Darmerkrankung (Morbus Crohn / Colitis ulcerosa)
  24. Erkrankungen des Ösophagus (exkl. Ulkus und Blutung)
  25. Entzündung / Nekrose von Knochen / Gelenken / Muskeln
  26. Rheumatoide Arthritis und entzündliche Bindegewebskrankheiten
  27. Spinalkanalstenose
  28. Osteoarthrose der großen Gelenke
  29. Osteoporose und Folgeerkrankungen
  30. Schwerwiegende Erkrankungen der Blutbildung und Blutgerinnung
  31. Agranulozytose, septische Granulomatose, andere näher bezeichnete Erkrankungen der weissen Blutkörperchen
  32. Disseminierte intravasale Gerinnung und sonstige Koagulopathien
  33. Purpura / Thrombozytenfunktionsstörungen / Blutungsneigung
  34. Delir und Enzephalopathie
  35. Demenz
  36. Schwerwiegender Alkohol- und Drogen-Missbrauch
  37. Psychotische Störungen und Persönlichkeitsstörungen 
  38. Depression
  39. Bipolare affektive Störungen
  40. Anorexia nervosa und Bulimia nervosa
  41. Aufmerksamkeitsstörung / attention deficit disorder / andere hyperkinetische Störungen
  42. Ausgeprägte schwere Lähmungen
  43. Erkrankungen/Verletzungen des Rückenmarks
  44. Muskeldystrophie
  45. Periphere Neuropathie / Myopathe
  46. Entzündlich / toxische Neuropathie
  47. Multiple Sklerose
  48. Morbus Parkinson und andere Basalganglienerkrankungen
  49. Epilepsie
  50. Koma, Hirnödem, hypoxischer Hirnschaden
  51. Sekundärer Parkinsonismus und andere extrapyramidale Bewegungsstörungen
  52. Herzinsuffizienz
  53. Akutes Lungenödem und respiratorische Insuffizienz
  54. Hypertensive Herz- / Nierenerkrankung / Enzephalopathie
  55. Ischämische Herzkrankheit
  56. Erkrankungen der Herzklappen
  57. Angeborene schwere Herzfehler
  58. Hypertonie
  59. Vorhofarrhythmie
  60. Ventrikuläre Tachykardie
  61. Schlaganfall und Komplikationen
  62. Atherosklerose, periphere Gefäßerkrankung
  63. Arterielles Aneurysma (exkl. d. Aorta)
  64. Mukoviszidose
  65. Emphysem / Chronische obstruktive Bronchitis
  66. Asthma bronchiale
  67. Postinflammatorische und interstitielle Lungenfibrose
  68. Pneumonie
  69. Niereninsuffizienz
  70. Nephritis
  71. Neurogene Blase
  72. Bestehende Schwangerschaft (einschl. Komplikationen)
  73. Hautulkus, exkl. Dekubitalulzera
  74. Schwerwiegende bakterielle Hautinfektionen
  75. Wirbelkörperfraktur (ohne Schädigung des Rückenmarks)
  76. Luxation des Hüftgelenks
  77. Traumatische Amputation einer Extremität
  78. Schwerwiegende Komplikationen bei Patienten während chirurgischer oder medizinischer Behandlung
  79. Blutung / Hämatom / Serom als Komplikation nach einem Eingriff
  80. Status nach Organtransplantation (inkl. Komplikationen)

Was Kassen-Fusionen den Beitragszahlern bringen

Oktober 5, 2009

In einem Hintergrundartikel auf Welt Online diskutiert Harald Czycholl Vo- und Nachteile der Fusionen von Krankenkassen.
Konkrete Anlässe dazu hat es genügend gegeben:

Allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind 29 Kassen von anderen übernommen worden. Grund dafür ist der Gesundheitsfonds – dieser gibt die Rahmenbedingungen vor, dass die Krankenkassen größer und stärker am Markt werden müssen.

Laut Autor werde sich in den meisten Fällen einer Fusion nicht viel ändern – lediglich die Leistungen könnten besser werden, da eine große Kasse eine bessere Marktposition innehalte.

Vielfach profitieren die Verbraucher von Zusammenschlüssen. Denn sie sparen sich häufig den Zusatzbeitrag, den einige Kassen ohne Fusion erheben müssten. So wird spekuliert, dass bei der Gmünder Ersatzkasse ein solcher Zusatzbeitrag fällig geworden wäre, wenn die Fusion mit der Barmer nicht kommen würde. Einen zusätzlichen Vorteil bietet die größere Marktmacht fusionierter Kassen. Je größer die Kasse, desto leichter kann sie in Vertragsverhandlungen mit Krankenhäusern, Ärzten und Pharmaunternehmen niedrigere Preise und einen besseren Service durchsetzen. Davon profitieren die Patienten.

Andererseits drohen den Kunden fusionierender Krankenkassen jedoch auch Nachteile – die jeden Kassenversicherten treffen würden:

Kassen-Fusionen haben für Versicherte jedoch nicht nur Vorteile. Sie fördern nämlich auch Zusammenschlüsse auf der Gegenseite. So entstehen schon jetzt Krankenhaus-Ketten und Ärztenetze. Diese haben das Ziel, wiederum die Verhandlungsposition gegenüber den Kassen zu stärken. So bekommen zwar neuartige, aber teure Behandlungsmethoden eine Chance. Allerdings bleiben immer weniger unabhängige Kliniken und Ärzte übrig. Patienten haben dann oft keine Wahlmöglichkeit mehr und müssen sich dann in Kooperationsverträge zwischen Kassen und Ärzten einschreiben.

Einerseits sparen sie sich dann dadurch möglicherweise die Praxisgebühr. Andererseits birgt das auch Gefahren. Wenn die Kassen den Ärzten Anreize setzen, nur bestimmte Medikamente zu verschreiben, für die sie wiederum Rabatte mit den Pharmakonzernen ausgehandelt haben, könnte den Patienten so der beste Wirkstoff vorenthalten bleiben.

Leider verwehrt uns der Autor die Einsicht darin, wie Ursache und Wirkung zusammenhängen: ist es tatsächlich unumstößlich, dass der Gesundheitsfonds große und starke Kassen fordert und vielleicht sogar fördert? Klar, ein Einheitssatz und die Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt vermuten, dass bei mehr Mitgliedern auch das Risiko gestreut wird, teure Behandlungsmethoden einsetzen zu müssen. Wenn ich jedoch Stand heute bei einer Nischenkasse Kunde bin, die im Vergleich zum Bundesdurchschnitt bezüglich der Kunden- / Gesundheitsstruktur besser abschneidet, geht diese Rechnung nicht auf.
Ebenso fraglich ist es, ob die Größe der Kasse immer ein Garant für bessere Leistungen zum vergleichbaren Tarif ist:
Man könnte argumentieren, dass der Trend hin zu spezialisierten Kassen für ganz bestimmte Themen sehr viel sinnvoller und naheliegender wäre: die Innungskrankenkasse eines Berufsstandes sollte über deren Berufskrankheiten, über die damit verbundenen Risiken und effiziente Präventions- und Behandlungsmethoden bereits heute besser im Bilde sein als die Durchschnittskasse. Wenn diese Kernkompetenz als USP stärker in den Vordergrund gestellt wird, steigen die Überlebenschancen einer solchen Kasse meiner Meinung nach auch ohne Fusionspläne.

Millionen aufgrund falscher HIV-Diagnosen verteilt

Oktober 5, 2009

Der Gesundheitsfonds hat den Krankenkassen mehrere Millionen Euro für HIV-Infizierte überwiesen, die es in Wahrheit nicht gibt. Nach SPIEGEL-Informationen gab es einen gravierenden Fehler in einer Praxis-Software für Ärzte.

Die Krankenkassen haben aus dem Gesundheitsfonds hohe Summen erhalten, nachdem fälschlich HIV-Infektionen gemeldet wurden. Ursache sind falsche Diagnosen in Folge eines Computerfehlers. Nach SPIEGEL-Informationen hat eine unter Augenärzten weitverbreitete Praxis-Software vielen Patienten gleichsam automatisch eine Kodierziffer angehängt, die auf eine Ansteckung mit dem Aids-Virus HIV hinweist. Auf Grundlage dieser falschen Codierung bekamen die zuständigen Krankenkassen dann Extra-Zuschüsse aus dem Gesundheitsfonds. Diese betragen etwa 10.000 Euro pro Patient und Jahr.

Gesunde Schule Rheinland-Pfalz

Oktober 5, 2009

Pressemitteilung veröfentlicht auf bildungsklick.de:

„Gesunde Schule Rheinland-Pfalz“ – Techniker Krankenkasse und Bildungsministerium prämieren Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention

Mainz / Ingelheim, 05.10.2009

Der Wettbewerb „Gesunde Schule“ geht in die zweite Runde: Nachdem im vergangenen Jahr Projekte ausgezeichnet wurden, die sich besonders um ein gesundheitsbewusstes Schulumfeld bemühten, liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Themenbereich Sucht- und Gewaltprävention. Unter dem Motto „Starke Klasse – Gesunde Schule“ suchen das rheinland-pfälzische Bildungsministerium und die Techniker Krankenkasse (TK) Konzepte mit Vorbildcharakter. Insgesamt winken Preisgelder in Höhe von 8.000 Euro.

Tango tanzen ist gesund – wissenschaftlich erwiesen…

Oktober 2, 2009

Häufiger mal Tango tanzen

Wie sie in der Fachzeitschrift „Music and Medicine“ berichtet, entnahm sie 22 Paaren vor und nach dem Tanzen Speichelproben, in denen sie die Hormonkonzentration ermittelte und bat die Tänzerinnen und Tänzer zusätzlich um eine Einschätzung ihrer Emotionen mithilfe eines standardisierten Testbogens. Während das mit Stress assoziierte Hormon Cortisol beim Tanzen abnimmt, schüttet der Körper beider Partner in erhöhtem Maß das Sexualhormon Testosteron aus.

„Ich bin selbst Tango-Tänzerin und als Kolumbianerin, die seit vier Jahren in Deutschland lebt, sehr überrascht, dass das Tanzen hier eine geringe Rolle in der Freizeitunterhaltung spielt“, sagt Quiroga Murcia über die Motivation zu ihrer Studie. Bei ihrem Doktorvater Prof. Stephan Bongard stieß die DAAD-Stipendiatin dabei sofort auf Interesse: Zusammen mit Prof. Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg hatte Bongard vor einigen Jahren in einer anderen Studie die emotionalen und hormonellen Effekte des Chorsingens ergründet – und zwar im Vergleich zum passiven Hören von Musik. „Die hormonellen Reaktionen können von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst werden“, erklärt Bongard, der mit Kreutz ebenfalls an der Tango-Studie beteiligt war. Zur hormollen und emotionalen Reaktion auf das Tanzen gibt es bisher kaum wissenschaftliche Untersuchungen.

Um herauszufinden, ob die positiven psychobiologischen Effekte des Tango-Tanzens eher auf die Musik, die Bewegung oder die Berührung mit einem Partner zurückgehen, untersuchte Cynthia Quiroga Murcia die Faktoren getrennt und in verschiedenen Kombinationen. Es zeigte sich, dass die Reduktion des Stresshormons Cortisol vor allem der Musik zu verdanken ist, während die Ausschüttung von Testosteron auf den Kontakt und die Bewegung mit dem Partner zurückgeht. Treffen alle drei Faktoren zusammen, sind die positiven hormonellen und emotionalen Reaktionen am stärksten. Damit bestätigt sich die empirische Erkenntnis von Paartherapeuten, die Tango-Tanzen seit Neustem dazu einsetzen, verfahrene Beziehungen zu retten.

Originalveröffentlichung:
Emotional and Neurohumoral Responses to Dancing Tango Argentino

Veröffentlicht auf DocCheck