Spielregeln bei der Aushändigung von Generika

Artikel vom Kölner Standtanzeiger:

Unabhängig davon, welcher Name auf dem Rezept steht, ist ein Apotheker verpflichtet, ein Mittel aus dem unteren Preisdrittel auszuhändigen. Oder der Patient bekommt ein Mittel, für das seine Krankenkasse einen Rabattvertrag mit dem Hersteller abgeschlossen hat. Eine wichtige Ausnahme besteht: Der Patient erhält zwingend das aufgeschriebene Arzneimittel, wenn der Arzt auf dem Rezept.

„Aut idem“ (oder Gleiches) durchgestrichen hat. Mediziner können dies aber nicht unbegrenzt ausschließen. Ann Marini von Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) rät, dass ein Patient seinen Arzt unbedingt mitteilen soll, wenn er sich mit einem ausgetauschten Medikament schlechter fühlt. Manchmal werde ein bestimmtes Medikament trotz gleichem Wirkstoff nicht vertragen.

Beim Umtausch billig gegen teuer gelten Regeln: Der Wirkstoff muss derselbe sein und es dürfen nicht noch andere Wirksubstanzen drin sein. Die Darreichungsform bleibt gleich, sprich Kapseln dürfen nicht gegen Dragees oder Tropfen ausgetauscht werden. Und das günstige Medikament muss für die gleiche Krankheit zugelassen sein. Die letzte Regelung ist mitunter teuer für Kassen und Beitragszahler.

Etwa das Mittel Avastin, das bei der feuchten Makuladegeneration wirkt, ist dafür in Deutschland noch nicht zugelassen und so muss zu dem nahe verwandten, doch 40-mal teureren Mittel Lucentis gegriffen werden. Die Hersteller beider Mittel sind miteinander verbandelt und die Avastin-Firma hat kein Interesse, die Zulassung zu beantragen.

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